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[Bildunterschrift: Der Chef des Stahlkonzerns ThyssenKrupp, Heinrich Hiesinger, und Outokumpu-Chef Mika Seitovirta bei der Pressekonferenz ]
Der finnische Konzern Outokumpu will nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum in Deutschland bis zu 850 Stellen abbauen. Weltweit sollen im Zuge der Fusion sogar 1500 Stellen gestrichen werden, wie Konzernchef Mika Seitovirta bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ThyssenKrupp bekanntgab.
Beide Unternehmen gehen mit roten Zahlen in die frisch besiegelte Edelstahl-Ehe. Dennoch sieht ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger gute Chancen für den neuen Weltmarktführer, sich auf dem von Überkapazitäten geprägten Markt auch gegen die asiatischen Hersteller zu behaupten. Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Konzern mit 18.000 Beschäftigten und mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz.
ThyssenKrupp hat zugesagt, bis zu 600 deutschen Inoxum-Mitarbeitern andere Arbeitsplätze im Konzern anzubieten. Die Arbeitnehmervertreter von ThyssenKrupp hatten erst nach zähen Verhandlungen einem Verkauf zugestimmt. Sie erhielten die Zusage, dass betriebsbedingte Kündigungen für vier Jahre ausgeschlossen sind und die Standorte ebenso lange gesichert sind. Das Stahlwerk in Krefeld soll allerdings bis Ende 2013 geschlossen werden, das Stahlwerk in Bochum könnte 2017 folgen.
Nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte wirbt der finnische Konzern um Vertrauen bei den Beschäftigten in Deutschland. "Die Standorte in dieser Region sind wichtiger Bestandteil in unserer langfristigen Strategie", sagte Vorstandschef Seitovirta bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach Bekanntgabe des 2,7-Milliarden-Euro-Deals. Er lege großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern.
Den Edelstahlproduzenten machen Überkapazitäten und die immer stärker auf den Markt drängenden Konkurrenten aus Asien wie die südkoreanische Posco und die chinesische Baosteel zu schaffen. Das Geschäft leidet zudem unter den stark schwankenden Preisen für Nickel, das für Legierungen benötigt wird. Outokumpu legte Zahlen für das vierte Quartal vor: Mit einem operativen Fehlbetrag von 71 Millionen Euro fuhr der Konzern einen höheren Verlust ein als von Analysten ohnehin erwartet.
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