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20.05.2012

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Wirtschaft
2100 Bahnhöfe profitieren von Konjunkturprogrammen
Bund und Bahn ziehen Bilanz

Schöner Bahnfahren dank der Konjunkturprogramme

Die Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben Bilanz über die Verwendung der Mittel aus den Konjunkturprogrammen des Bundes gezogen, die 2008 und 2009 im Zuge der weltweiten Finanzkrise beschlossen worden waren. Sowohl Bahnchef Rüdiger Grube als auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zogen ein positives Fazit.

"Spürbare Verbesserungen für die Bahnkunden"

Bahnchef Grube (links) und Verkehrsminister Ramsauer bei der Abschlussveranstaltung in Nürnberg (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ziehen eine positive Bilanz: Bahnchef Grube (links) und Verkehrsminister Ramsauer ]
"Innerhalb von drei Jahren konnte mit den Bundesmitteln fast die Hälfte der Bahnhöfe in Deutschland modernisiert werden", sagte Ramsauer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Grube am Nürnberger Hauptbahnhof. Zudem seien zahlreiche Strecken ausgebaut und der Lärmschutz an der Schiene verbessert worden. "Diese Investitionen bedeuten spürbare Verbesserungen für die Bahnkunden und machen die Bahn noch attraktiver", so der Minister.

960 Millionen Euro standen für Maßnahmen im Streckennetz der Bahn zur Verfügung, 325 Millionen Euro für Bahnhöfe. Sie wurden unter anderem für die Sanierung von Bahnhöfen, die Installation von Anzeigetafeln oder besseren Wetterschutz an Bahnsteigen verwendet. Nach Angaben der Bahn haben 2100 der rund 5400 Personenbahnhöfe von dem Programm profitiert.

Hierfür hat die Bahn die Gelder verwendet:

Fernverkehr: 650 Millionen flossen in laufende Bauprojekte - darunter die Strecken Nürnberg-Erfurt oder Karlsruhe-Basel.

Regionalverkehr: In die Modernisierung bestehender Strecken sind etwa 115 Millionen geflossen.

Stellwerke: Ebefalls 115 Millionen flossen in die Technik der Stellwerke.

Umweltfreundlichkeit: 31 Bahnhöfe wurden energiesparend umgebaut. 28,2 Millionen Euro flossen in eine bessere Dämmung von Dächern, Kellerdecken und Fassaden. Alte Fenster wurden ausgetauscht.

Bessere Information: Mehr als 1730 Bahnhöfe bekamen digitale Anzeigetafeln. Fahrgäste können sich so schneller über Verspätungen oder Reiseverbindungen informieren. Kosten: 34,1 Millionen Euro.

Schönere Optik: Mit 83 Millionen Euro floss der Löwenanteil in ein moderneres Erscheinungsbild. 586 Bahnhöfe wurden neu ausgestattet.

Erleichterter Zugang: Auf 77 Bahnhöfen haben es Menschen mit Handicap laut Bahn künftig einfacher. Mit 55,7 Millionen Euro wurden Aufzüge, Rolltreppen und neue Rampen gebaut.

Besserer Wetterschutz: Auf 213 Bahnhöfen wurden Bahnsteighallen und -dächer saniert. Hinzu kamen neue Wetterschutzhäuschen. Kosten: 52,4 Millionen Euro.

Mehr Sicherheit: Viele Bahnsteige und Unterführungen sind nun besser beleuchtet. An 334 Bahnhöfen ist es für Reisende dadurch der Bahn zufolge sicherer geworden. Kosten: 68,9 Millionen Euro.

Quelle: (in Auswahl. Quelle: Bahn, Ministerium, dpa),

Schwerpunkt bei kleinen und mittleren Bahnhöfen

"Wir sind auf das Geleistete sehr stolz", sagte Bahn-Chef Grube. Von den Verbesserungen profitieren den Angaben zufolge vor allem Reisende in ländlichen Gebieten. "Ein besonderer Schwerpunkt des Konjunkturprogramms lag auf der Modernisierung kleiner und mittlerer Bahnhöfe", sagte Grube.

Pro Bahn fordert weitere Investitionen

Bahn (Foto: picture alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Bahnhof ins Konstanz ist einer derjenigen, die besonders profitiert haben. Er wurde umfassend saniert. ]
Auch der Fahrgastverband Pro Bahn bewertet das Programm grundsätzlich positiv. Die Gelder seien überwiegend in Maßnahmen geflossen, von denen die Fahrgäste spürbar profitieren würden. Ein Pro-Bahn-Sprecher betonte in der "Süddeutschen Zeitung" aber zugleich, dies seien Maßnahmen, die "selbstverständlich zu einem guten Service dazu gehören". Daher stelle sich die Frage, wie solche Maßnahmen in Zukunft finanziert werden sollen, wenn es keine solchen Konjukturprogramme mehr gebe.

Bahnchef Grube kündigte für die kommenden Jahre weitere Verbesserungen an. "Bis 2014 erhalten fast alle Bahnhöfe einen Wetterschutz", sagte er. Reisende könnten sich bis 2015 zudem an 2500 weiteren Bahnhöfen über digitale Schriftanzeigen informieren. "Es muss jetzt weitergehen", sagte Grube. "Die Bahnhöfe sind das Tor zur Bahn, deshalb wollen wir die Attraktivität der Bahnhöfe weiter verbessern."

Stand: 31.01.2012 15:16 Uhr
 

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