20 Seiten plus Anlagen umfasst der Zwischenbericht des Bremer Handlungskonzeptes "Stopp der Jugendgewalt“. Beteiligt sind vier Behörden - Bildung, Soziales, Justiz und Inneres - die mit dem neuen Leitfaden enger zusammenarbeiten - und so Jugendliche von kriminellen Karrieren abhalten wollen. Es wurde sehr viel aufgeschrieben, aber die Umsetzung ist schleppend und langsam. Im Blickpunkt des Konzeptes stehen die Intensivtäter, die bei den Jugendlichen für zwei Drittel aller Straftaten verantwortlich sind. Ursprünglich war geplant, dass diese Jugendlichen jeden Tag von Behördenmitarbeitern aufgesucht werden. "Die müssen wissen, dass wir sie im Blick haben, die brauchen Struktur", hieß es damals bei der Bremer Kriminalpolizei. Doch davon ist nicht viel übrig geblieben. Die Zahl der Jugendrichter und Staatsanwälte wurde zwar erhöht. Straffällige Jugendliche sollen jetzt immer den gleichen Staatsanwalt und Richter vor sich haben. Aber die kümmern sich nicht außerhalb des Gerichtsgebäudes um die Jugendlichen. "Das ist nicht unsere Aufgabe und nicht leistbar", hieß es dazu aus den Behörden. Ob das, was jetzt getan wird, ausreicht, um die Zahl der jugendlichen Intensivtäter dauerhaft zu senken, konnte auch Justizstaatsrat Matthias Stauch nicht eindeutig beantworten. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) verweist zwar auf Erfolge in Bremen-Nord. Dort konnte mit massiver Polizeipräsenz die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich gesenkt werden. Ob aber jugendliche Straftäter grundsätzlich abgeschreckt sind oder sich nur bedeckt halten, solange viel Polizei auf der Straße ist, darauf weiß niemand ein Antwort. Auch sonst steht wenig Konkretes in dem Zwischenbericht. Beim Thema "frühkindliche Bildung" heißt es lapidar: "man habe Rahmenkonzepte abgestimmt" - bei der Betreuung von Familien mit Erziehungsproblemen mit Migrationshintergrund, heißt es "eine aufsuchende Ansprache sei nicht leistbar". In Bezug auf Prävention sollen lediglich Stadtteilkonzepte fortgeschrieben werden, so steht es im Papier. Beim Thema "Suchtverhalten in Familien" steht - so wörtlich - "die Überprüfung der Maßnahmen und die Prozessoptimierung sei im Wesentlichen eingeleitet" und so ist es äußerst fraglich, ob mit derartigen Papieren das Problem der Jugendgewalt wirklich gelöst werden kann. Im Februar 2009 wird sich der Jugendhilfeauschuss mit den bisherigen Ergebnissen befassen.
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Ein neues Förderprogramm für bessere Wohnqualität in den Stadtteilen wird in Bremerhaven vorgestellt. Bei dem Projekt "Wohnen in Nachbarschaften" können erstmals die Bürger direkt über die Verwendung der Fördergelder mitentscheiden und Ideen einbringen. Rund 500.000 Euro hat die Stadt Bremerhaven zur Verfügung gestellt, um die einzelnen Stadtteile lebenswerter zu machen. Gefördert werden Ideen aus den Bereichen Soziales, Jugend, Kultur, Umweltschutz und Sport. Das Ziel ist, den Zusammenhalt unter den Einwohnern in den Stadtteilen zu verbessern. Deshalb sollen die Bürgerinnen und Bürger eigene Ausschüsse gründen und selbst bestimmen, wofür das Geld verwendet wird. Erste Informationen zu dem Programm gibt der Bremerhavener Sozialstadtrat Melf Grantz am Dienstagabend im Stadtteil Mitte in der ehemaligen Theodor-Storm-Schule. Weitere Bürgerversammlungen in den anderen Stadtteilen sollen folgen. Die ersten Projekte könnten bereits im Frühjahr 2009 umgesetzt werden, so Grantz.
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Der Bremer Senat hat die Weiterführung des Pflanzen-Museums "Botanika" beschlossen. Nach langen Verhandlungen zwischen der Bremer Umwelt- und Finanzbehörde wurde jetzt ein Kompromiss gefunden. Man wolle die "Botanika" im Rhododendronpark erhalten und zu einem zentralen Lern- und Forschungsort für Schulen und Hochschulen ausbauen, sagte Bremens Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne). Nach dem neuen Konzept soll es vermehrt Forschungs- und Lehr-Veranstaltungen für Kinder in den Gewächshäusern geben. Die Finanzierung für dieses Projekt war erst nach zähen Verhandlungen geklärt worden. Im kommenden Jahr muss die öffentliche Hand die Einrichtung noch einmal mit etwa 700.000 Euro unterstützen. Danach soll die Ausstellung aus Stiftungsmitteln finanziert werden. Hierzu wird die "Botanika" in die Stiftung Rhododendronpark überführt, deren Kapital soll um zehn Millionen aufgestockt werden. Den größten Teil davon sollen Sponsoren und Spender übernehmen. Falls das nicht klappt, müssten Grundstücke des Parks verkauft werden.
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