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06.07.2008
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Inland Deutschlandreise

Dalai Lama spricht über Menschenrechte und Frieden

Der Dalai Lama in Mönchengladbach (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Mönchengladbach sprach der Dalai Lama über "Frieden und Menschenrechte". ]
Der Dalai Lama hat am dritten Tag seines Deutschland-Besuchs die chinesische Regierung erneut zu Reformen in seiner Heimat Tibet aufgefordert. "Solange sich die Lebensverhältnisse in Tibet nicht ändern, werden sich solche Vorgänge wiederholen", sagte er in Mönchengladbach mit Blick auf die jüngsten Unruhen im März. Das im Exil lebende religiöse Oberhaupt der Tibeter setzt sich für Autonomie ein, nicht jedoch für die Unabhängigkeit seines Landes von China. Die Auseinandersetzung müsse ausschließlich friedlich geführt werden. "Ich kann Gewalt nicht unterstützen", sagte der 72-jährige Friedensnobelpreisträger vor mehreren tausend Anhängern.

Dalai Lama besucht Nürnberg

Von Mönchengladbach reiste der Dalai Lama weiter nach Nürnberg. Im Rathaus wurde das geistliche Oberhaupt der Tibeter von Oberbürgermeister Ulrich Maly empfangen. Im Beisein des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann trug sich der Dalai Lama in das Goldene Buch der Stadt ein.

Der Dalai Lama in der Straße der Menschenrechte in Nünrberg.  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Dalai Lama in der "Straße der Menschenrechte" in Nürnberg. ]
Anschließend machte sich der Dalai Lama auf den Weg zur "Straße der Menschenrechte", einer von dem israelischen Künstler Dani Karavan geschaffenen Reihe von Säulen, die die Menschenrechtsartikel tragen. Der Friedensnobelpreisträger will morgen in Nürnberg einen Vortrag über das Thema "Menschenrechte als Verpflichtung: Unsere Lehren aus der Geschichte" halten. Anschließend fährt er weiter nach Bamberg, wo er zur Frage "Religion: Friedensstifter oder Kriegstreiber?" sprechen wird.

Anschließend reist der Dalai Lama nach Berlin weiter, wo bis Montag unter anderem Treffen mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und mit Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul geplant sind.

Steinmeier will angeblich Neuanfang nicht gefährden

Bundesaußenminister Steinmeier will offenbar mit seinem Verzicht auf ein Treffen mit dem Dalai Lama mögliche Fortschritte in Gesprächen mit Chinesen und Tibetern nicht gefährden. Eine entsprechende Argumentationshilfe ließ Steinmeier in der SPD-Spitze zirkulieren, wie "Der Spiegel" berichtete. Steinmeier habe mit dem chinesischen Außenminister telefoniert. Der habe ihm versichert, dass "die chinesische Seite einen wirklichen Neuanfang in den Gesprächen mit dem Dalai Lama plane". "Diese konkreten Erfolge gilt es jetzt behutsam auszubauen und nicht durch unbedachte Aktionen zu gefährden", wird Steinmeier zitiert.

Am Donnerstag war der Dalai Lama mit den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Hessen, Jürgen Rüttgers und Roland Koch, zusammengetroffen. Gestern kam er zu einem Vortrag in den Bochumer Ruhrkongress. Es ist das erste Mal seit Beginn der Tibet-Unruhen im März, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter in Europa ist.

Stand: 17.05.2008 14:01 Uhr
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