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20.05.2012

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Ausland
Nato-Bericht zu Pakistan
NATO-Bericht enthüllt Unterstützung Pakistans für Taliban
Geheimer NATO-Bericht zu Afghanistan

Pakistans Hilfe für die Taliban

Bisher hat Pakistan die von Experten vermutete Zusammenarbeit mit den afghanischen Taliban vehement bestritten. Nun ist ein geheimer NATO-Bericht aufgetaucht, der genau dies belegen soll. Er stützt sich auf Informationen aus 27.000 Verhören mit über 4000 gefangenen Aufständischen.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Der geheime Bericht ist einem Korrespondenten der britischen BBC in Kabul zugespielt worden - und die Zustandsbeschreibungen und Schlussfolgerungen des Dokuments bergen Zündstoff. Danach unterstützt der pakistanische Militärgeheimdienst ISI die afghanischen Taliban gezielt und hat direkten Zugriff auf die Führung der radikal-islamischen Bewegung.

Militante Taliban in der Provinz Helmand in Afghanistan (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Militante Taliban in der Provinz Helmand in Afghanistan (Archivfoto vom 09.10.2009). ]
Das sind zwei nicht ganz neue Anschuldigungen, die Pakistan bisher immer vehement bestritten hat. Der durchgesickerte NATO-Bericht stützt sich allerdings auf Informationen aus rund 27.000 Verhören mit mehr als 4000 Gefangenen. Unter welchen Umständen die Verhöre stattgefunden haben, bleibt unklar. Doch der Bericht betont: "Da dieses Dokument auf Aussagen von Aufständischen basiert, sollte es beschreibend und nicht analytisch wahrgenommen werden."

Anhaltende Sympathien für die Aufständischen

Das Papier geht auch grundsätzlicher auf die Rolle der Taliban in Afghanistan ein und hält fest, dass es in der afghanischen Bevölkerung anhaltende Sympathien für die Aufständischen gibt. Die Herrschaft der radikalen Islamisten werde immer öfter dann bevorzugt, wenn die afghanische Regierung als korrupt wahrgenommen werde.

Der Bericht schildert außerdem, dass es schon mehrfach zu einer direkten Zusammenarbeit zwischen afghanischen Sicherheitskräften und den Taliban gekommen sei - und zwar in Gebieten, aus denen sich die Soldaten der internationalen Afghanistan-Schutztruppe zurückgezogen hätten. Dabei ist es fester Bestandteil aller westlichen Abzugspläne, dass die afghanische Armee und Polizei die Lücke füllen sollen.

Audio: Geheimer NATO-Bericht in Afghanistan durchgesickert

AudioSandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi 01.02.2012 09:39 | 2'34
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Geplanter NATO-Abzug soll beschleunigt werden

Im Bericht heißt es weiter, dass die Taliban sich derzeit mit Anschlägen und Attacken zurückhalten würden, um den geplanten Abzug der NATO-Truppen zu beschleunigen. Das alles wirft kein gutes Licht auf die Errungenschaften der internationalen Afghanistan-Mission, die inzwischen im elften Jahr ist.

Außerdem fällt der Bericht ausgerechnet in eine Zeit, in der die Zeichen auf Verhandlungen stehen und die Taliban ein offizielles Büro im Golf-Emirat Katar eröffnen sollen und wollen. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus den USA und Großbritannien sollen erste Vertreter der radikal-islamischen Bewegung auch bereits vor Ort sein.

Ein Sprecher der NATO-Truppen in Afghanistan bestätigte gegenüber dem ARD-Hörfunkstudio Südasien, dass der Bericht existiert. Er lehnte es jedoch ab, in die Einzelheiten zu gehen und verwies darauf, dass man das Dokument nicht als Fortschrittsbericht werten könne. Es handle sich vielmehr um eine Ansammlung von persönlichen Meinungen inhaftierter Taliban-Kämpfer.

Pakistanische Regierungsvertreter wiesen die Vorwürfe scharf zurück. Diese seien "belanglos, um es noch milde auszudrücken", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Abdul Basit.

Der innenpolitisch stark unter Druck stehende Premierminister Jussuf Raza Gilani hatte erst vor ein paar Tagen beim Weltwirtschaftsforum in Davos betont, dass sein Land ein verlässlicher Partner im Kampf gegen den Terror sei und große Opfer bringe. Unbestritten ist, dass es ohne Pakistan in Afghanistan keinen Frieden geben wird.          

Stand: 01.02.2012 13:29 Uhr
 

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