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Bereits als 21-Jährige versprach sie, ihr Leben lang dem Land zu dienen. Dies hat Queen Elizabeth II. bis heute eingehalten - seit 60 Jahren ist sie nun auf dem Thron. Und trotz Skandalen im Königshaus blieb sie eine makellose Frau. Mit Salutschüssen wird Großbritannien ihre Thronbesteigung feiern.
Von Sebastian Hesse, MDR-Hörfunkkorrespondent London
Es gibt nur noch wenige Menschen im Vereinigten Königreich und den 15 anderen Ländern, in denen die Queen Staatsoberhaupt ist, die sich an Zeiten ohne Elizabeth II. erinnern können. Die 85-Jährige verkörpert die britische Monarchie. Sie scheint schon immer dagewesen zu sein und Großbritannien ist ohne sie kaum vorstellbar: "Was ich nun zu Ihnen sage, als Ihre Königin und Ihre Großmutter, sage ich mit meinem Herzen."
Heute vor 60 Jahren starb Elizabeths Vater, George VI., zu dem sie ein besonders inniges Verhältnis gehabt haben soll. Die 25-jährige junge Mutter erfuhr in einer Jagd-Lodge in Kenia davon, dass sie auf den Thron nachgerückt war. Bis heute sind die meisten Briten begeistert von ihr: "Sie ist eine gute Frau. Sie ist die beste Mutter, die ich je hatte. Ich liebe die Königin." Und: "Ich bin eine Königstreue und die Königin ist mein Oberhaupt." "Sie sollten sich in Deutschland auch eine Queen zulegen", sagt ein Passant auf der Londoner Oxford Street.
So sehr auch Skandale das britische Königshaus erschüttert haben, Ehekrisen, Scheidungen, Zwistigkeiten, so sehr ist Elizabeth doch eine makellose Figur geblieben: "Sie eine außergewöhnlich untadelige Person, die sich, anders als ihre Kinder, nie einen Fehltritt geleistet hat", urteilt die Journalistin Rachel Johnson.
Auch das Zwischentief, als dem Königshaus Kaltherzigkeit angelastet wurde im Zusammenhang mit Lady Di`s tragischem Unfalltod, hat die Monarchie nicht in eine existenzielle Krise gestürzt: Nur ein Fünftel aller Briten wünscht sich eine Republik mit gewähltem Staatsoberhaupt. Erklärte Republikaner wie der Menschenrechtler Peter Tatchell glauben, diese Loyalität sei allein Elizabeths Verdienst: "Die Leute glauben, sie macht einen guten Job und hat keine größeren Desaster angerichtet", glaubt Tatchell, "doch Charles ist lange nicht so beliebt".
Wenn Elizabeths ältester Sohn ihr auf dem Thron nachfolgt, das ist die Hoffnung der britischen Republikaner, könnte die Monarchie ins Schlingern geraten. Doch an diesen Tag denkt im Jahr des diamantenen Thronjubiläums kaum jemand.
Mit 21 Jahren hatte Elizabeth den Briten versprochen, ihr ganzes Leben, mag es kurz sein oder lang, in den Dienst ihres Landes zu stellen, was sie bis heute unermüdlich tut. Dieses Pflichtbewusstsein bewundern ihre Anhänger besonders. "Das ist kein normaler Job", sagt Elizabeths Cousine Margaret Rhodes, "das ist eine lebenslange Verpflichtung. Sie würde niemals ihre Pflicht vernachlässigen - nicht, bevor sie stirbt!"
Bis heute liest sie jeden Tag die Regierungsunterlagen, die ihr Downing Street in den berühmten roten Boxen zu kommen lässt. Und bis heute trifft sie sich jeden Mittwoch mit dem Premierminister: Von Winston Churchill bis David Cameron hat sie viele kommen und gehen sehen. Ein klein wenig kürzer tritt sie im Jubiläumsjahr dennoch: Die Übersee-Reisen, in die 15 anderen Ländern, in denen sie unverändert das Staatsoberhaupt ist, überlässt sie den jüngeren Mitgliedern der königlichen Familie.
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