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Mit 1,3 Milliarden Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Der Großteil der Bevölkerung (rund 92 Prozent) sind Han-Chinesen ("ethnische Chinesen"). Neben den Han-Chinesen gibt es in der Volksrepublik noch 55 anerkannte Völker und etwa 20 ethnische Gruppen, die nicht offiziell als Nationalitäten anerkannt sind. Die Zhuang, Uiguren, Mongolen und Tibeter gelten offiziell als autonom. Dennoch treffen meist Han-Chinesen die Entscheidung in ihren Regionen. Vor allem in Grenzregionen und Gegenden mit wichtigen Ressourcen übt die Pekinger Regierung nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker Druck auf die Minderheiten aus, sich der chinesischen Kultur anzupassen.
Die wohl bekannteste Minderheit sind die sechs Millionen Tibeter, die neben dem autonom verwalteten Gebiet im Himalaya auch die chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan, Yunnan und Ganzu besiedeln. 1959 erklärte China die Gebirgsregion als Staatsgebiet. Seitdem kämpfen die Tibeter für Unabhängigkeit. Rund Hunderttausend flohen ins Exil, der Großteil davon wie der Dalai Lama nach Indien. Mittlerweile leben in Tibet mehr Han-Chinesen (7,5 Millionen) als Tibeter.
Wie die Tibeter wollen auch die acht Millionen Uiguren mehr Unabhängigkeit erlangen. Die sunnitischen Muslime sind sprachlich und kulturell eng mit den Türken verwandt. Der Großteil von ihnen lebt in der an Pakistan und Afghanistan angrenzenden Provinz Xinjiang, die sich Chinas 1955 einverleibte. Die Regierung in Peking macht die Widerständler für rund 3000 Anschläge seit 1990 verantwortlich und unterstellt ihnen Verbindungen zu El Kaida. Nach Informationen von Amnesty International wurden bisher 3000 Uiguren verhaftet, mehr als 200 hingerichtet.
Nur wenige Tujia sprechen noch die traditionelle Sprache
Autonom verwaltet leben auch die 5,8 Millionen Mongolen in der Inneren Mongolei und die größte Minderheiten-Gruppe, die Zuhang in der Provinz Guangxi im Südosten des Landes. Ihr gehören etwa 16 Millionen Menschen an. Die nächstgrößere Gruppe, die Mandschu, sind im Nordosten der Volksrepublik beheimatet. Ihre 10,7 Millionen Angehörigen sprechen alle chinesisch, ihre eigene Sprache gaben sie schon im 18. Jahrhundert auf. Ähnlich ist es bei den Tujia, die vor allem aus den Osten Chinas stammen. Nur 30.000 der rund acht Millionen Menschen sprechen noch die traditionelle Sprache. Die drei Millionen Boyai aus dem Südosten halten dagegen bewusst an ihrer Sprache fest.
Neben den Tujia gelten auch die über das ganze Land verstreut lebenden 9,8 Millionen Hui als gut integriert. Sie sind die größte muslimische Gruppe in China und durch Heirat mit der Han-Mehrheit verbunden. Trotzdem kam es in den vergangenen Jahren nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hiu und Han. Die Situation der Yi hat sich in den vergangenen Jahren dank staatlicher Förderung verbessert. Die 7,8 Millionen Menschen wurden aber lange diskriminiert und ihre Siedlungsgebiete vernachlässigt.
Yunnan ist die Provinz mit den meisten Minderheiten
Die chinesische Region mit den meisten Minderheiten ist die südöstliche Provinz Yunnan. Hier leben allein 25 der 55 Minderheiten, unter ihnen 1,2 Millionen buddhistische Dai und viele der 1,4 Millionen Hani. Außerdem gibt es in China eine Vielzahl von ethnischen Gruppen, die aus Nachbarländern eingewandert sind. Die drei Millionen Dong stammen zum Beispiel ursprünglich aus Thailand. Die Miao (8,9 Millionen) sind neben China auch in Laos anzutreffen, die Yao (2,6 Millionen) im Norden Thailands und Vietnams.
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