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11.03.2010

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Studie: Homo-Ehe bringt Massachusetts 100 Mio. Dollar
Gleichgeschlechtliche Liebe als Wirtschaftsfaktor

100 Millionen Dollar dank der Homo-Ehe

Eine Torte, Champagner und Ringe gehören zur Hochzeit. Das sehen viele homosexuelle Paare nicht anders als heterosexuelle. Gut für die Wirtschaft im US-Staat Massachusetts: Seit fünf Jahren gibt es dort die Homo-Ehe. Einnahmen laut einer Studie: 100 Millionen Dollar.

Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkstudio New York

Hochzeitstorten mit zwei Bräutigamen (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Hochzeitstorte gehört - wie andere kostspielige Dinge - auch für viele homosexuelle Paare zur Hochzeit dazu. ]
Zum womöglich schönsten Tag des Lebens gehört oft einiges dazu, nicht nur Romantik, sondern auch ein ökonomischer Aspekt. Vor fünf Jahren hat der US-Staat Massachusetts gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt zu heiraten. Wirtschafts-Professorin Lee Badget von der Universität Massachusetts in Amherst hat untersucht, wie sich das auf die Wirtschaft ausgewirkt hat. "Die Einladungen, Stühle, Tische, ein Zelt, Wein, Champagner, ein schönes Kleid, Blumen, Hotels, die Ringe - die Liste ist ewig lang. Und das alles kostet Geld", erkärt sie.

20.000 Dollar für den schönsten Tag

Mehr als 100 Millionen Dollar an wirtschaftlichen Vorteilen hat es dem Neu-England-Staat im Osten der USA gebracht. Er war der erste von bisher sechs Staaten, die die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt haben. Mehr als 12.000 Paare haben sich schon das Ja-Wort gegeben, viele von ihnen haben 10.000 oder sogar 20.000 Dollar dafür ausgegeben.

Zwei Frauen demonstrieren in New York für die Einführung der Homo-Ehe (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In Massachusetts erlaubt, in New York noch eine Forderung beim CSD: Die Homo-Ehe. ]
Seit einem Jahr können auch Paare von außerhalb hier heiraten. Immer wieder liest man in der "New York Times" von schwulen oder lesbischen Paaren, die sich in Connecticut oder eben Massuchusetts trauen lassen, weil es im Staat New York noch nicht erlaubt ist. "Es waren schon ein paar Tausend", erklärt Badget. "Sie kommen hierher, bestellen das Aufgebot, müssen noch drei Tage warten, so lange bleiben sie in einem Hotel, gehen essen, sie kaufen Blumen - das summiert sich alles."

Heirat als Argument für einen Umzug

Wo ich lieben darf, wie ich will, da möchte ich auch leben, denken sich viele Paare. Für sie ist die Möglichkeit der Ehe auch der Anreiz, ganz hierhin zu ziehen. Das hat besonders viele kreative Köpfe in den Staat gelockt, hat die Universität in einer anderen Studie herausgefunden: Menschen mit hohem Bildungsstandard, die in wirtschaftsfördernden Bereichen arbeiten, Wissenschaftler und Künstler. "Eine Kollegin von mir ist aus Virginia hierher gezogen, weil sie ihre Partnerin heiraten wollte. Und sie hat Millionen von Fördergeldern mit an die Uni gebracht", berichtet die Wirtschafts-Professorin Badget.

Sie hofft, dass der offensichtliche wirtschaftliche Aspekt Politikern anderer Staaten in ihrem Kampf für die gleichgeschlechtliche Ehe ein gutes Argument liefert. Momentan fragen viele das Institut von Badget nach steuerlichen Veränderungen - und auch hier kann die Professorin beruhigen: Für den Staat rechnet sich der schwule beziehungsweise lesbische Bund fürs Leben. Ließen die ganzen USA die Homo-Ehe zu, könnte das der Hochzeitsindustrie zehn Milliarden Dollar einbringen.

"Die Menschen wollen eine Ehe"

Homosexuelle Paare, die als erste in den USA geheiratet haben (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sie waren die ersten Homosexuellen, die in den USA geheiratet haben: Paare aus Massachusetts bei einem Treffen fünf Jahre nach der Hochzeit. ]
Der Wunsch nach einer Eheschließung ist groß. "Im ersten Jahr, nachdem Massachusetts die gleichgeschlechtliche Ehe ermöglicht hat, haben 37 Prozent aller hier lebenden homosexuellen Paare geheiratet", so die Professorin. "Die Staaten, in denen es nur eingetragene Lebensgemeinschaften oder etwas in der Art gibt, kommen nur auf zehn Prozent. Die Menschen wollen eine Ehe."

Die Akzeptanz dafür nimmt zu. Viele Unternehmer, die Vorurteile haben, so ist Badgets Erfahrung, können es sich vor allem in diesen Zeiten nicht leisten, Kunden abzulehnen, weil sie etwas gegen ihren Lebensentwurf haben: "Zum Beispiel Hochzeitsfotografen: Wenn sie zu der Feier kommen, sehen sie, dass es auch nicht anders ist als bei Heterosexuellen. Und sie bauen ihre Vorurteile langsam ab, wenn sie die Liebe und Unterstützung sehen, die diesem Paar zuteil wird - wie könnte es anders sein?"

Stand: 06.07.2009 23:02 Uhr
 

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