zum Inhalt
zur Hauptnavigation
Weitere Inhalte
Hinweis: Sie können diesen Hinweis sehen, da Sie entweder die Darstellung von CSS-Dateien in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht XHTML-standardkonform ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben in den CSS-Dateien 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum neuen tagesschau.de-Design
Menschen werden vor den Karren gespannt und müssen sich ein Wagenrennen liefern. Esel dürfen zusehen und einen Tag lang soviel fressen und saufen, wie sie möchten. Verkehrte Welt? Nein. In Kenia huldigt man den geschundenen Arbeitstieren mit einem nationalen Feiertag.
Von Wim Dohrenbusch, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
Auf dem Marktplatz von Mboroti scharren rund 50 Esel im Staub und Abfall. Die Bauern der Umgebung stehen neben einem Lieferwagen Schlange. Mittendrin, im hellblauen Kittel, macht Doktor Joseph Sukunatu seine Runde. Mit einer Impfpistole spritzt der Chef der mobilen Eselsklinik den Tieren ein Entwurmungsmittel ins Maul: "Der Esel da drüben hat ein glänzendes und glattes Fell, aber dieser hier ist struppig und stumpf", erklärt der Tierarzt. "Man sieht sofort, dass dieses Tier voller Würmer steckt und unterernährt ist."
[Bildunterschrift: Am 17. Mai gibts für kenianische Esel eine Wurmbehandlung kostenlos. ]Erholung für misshandelte Langohren
Jeden Tag macht Sukunatu mit seinem klapprigen Pick-up in einem anderen Dorf Station. Allein im Limuru-Bezirk westlich der Hauptstadt Nairobi betreut er 8.000 langohrige Patienten. In ganz Kenia gibt es etwa 600.000 Esel. Jetzt muss sich der Klinik-Chef einem besonders schweren Fall widmen. Ein herrenloser Esel ist mit verschorften und entzündeten Schnittwunden übersät. "Der ist mit einem Buschmesser oder einem anderen scharfen Gegenstand verletzt worden. Wahrscheinlich hat ein Bauer das Tier mit Gewalt von seinem Acker getrieben. Solche Fälle bekommen wir immer wieder."
"Esel sind die am meisten geschundenen und misshandelten Kreaturen im ganzen Land", sagt Pascal Kaumbutho, der Geschäftsführer von "Kendat", einer kenianischen Initiative zum Schutz der Grautiere, die im ganzen Land mobile Kliniken betreibt. "Die meisten Bauern glauben, dass Esel keine Schmerzen spüren und nie krank würden. Bis sie eines Tages unter der Last ihrer Arbeit tot umfallen."
Einen großen Erfolg im Kampf für die Rechte der Langohren hat "Kendat" aber inzwischen errungen. "Der 17. Mai ist heute ein nationaler Feiertag für die Esel in Kenia. Sie sollen sich ausruhen und wenigstens einmal im Jahr genug zu fressen und zu saufen bekommen."
In Mboroti wartet auch Bauer Duncan Njogu auf die Wurmkur für seine beiden Esel. Von dem Ruhetag hat er noch nichts gehört. Aber er findet die Idee ganz prima, immerhin ist zur Feier des Tages die Behandlung der Tiere kostenlos. Außerdem, versichert Njogu, würde er seine Esel gut behandeln. "Eigentlich schlage ich sie nicht. Aber manchmal, wenn sie stur sind oder unruhig, dann brauchen sie schon den Knüppel."
Zum Eselsfeiertag soll während der landesweiten Kundgebung in einem Stadion der Spieß umgedreht werden, verspricht Initiator Pascal Kaumbutho. "Heute werden die Bauern selbst vor den Karren gespannt und müssen sich ein Wagenrennen liefern. Die Esel können es sich dabei als Zuschauer gut gehen lassen."