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[Bildunterschrift: In Beichuan flüchten Menschen in höher gelegene Gebiete. ]
Nach dem schweren Erdbeben in China ist die Region Beichuan wegen Überflutungsgefahr evakuiert worden. Agenturmeldungen zufolge steigt das Wasser in einem aufgestauten See stetig an und könne über den Damm treten oder diesen sogar brechen. Ein schweres Nachbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala erhöhte die Gefahr eines Dammbruchs.
Die Bergungstrupps und tausende Menschen flüchteten eiligst in höher gelegene Gebiete, berichtete die ARD-Korrespondentin Ariane Reimers. Anfangs habe es kurz Panik und Hektik gegeben, doch sei die Evakuierung nach zehn Minuten dann eher wie ein "geordneter Rückzug" verlaufen. "Alle helfen sich gegenseitig, auch an Engpässen." Die Menschen riefen "lauft, lauft" oder "schnell, schnell", berichtete Reimers, während sie selber mit dem Kameramann und einer Assistentin den Berg heraufrannte. "Alle ziehen aus der Stadt ab."
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Ein vermisster Deutscher überlebte das schwere Erdbeben unverletzt. Anders als zuvor berichtet, musste der Mann aber nicht aus Trümmern geborgen werden. Der 62-Jährige habe bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit den Bewohnern des entlegenen Dorfes Taogan ausgeharrt.
[Bildunterschrift: Nach dem Erdbeben bietet sich in der Stadt Dujiangyan ein Bild der Zerstörung. ]
"Mit mir ist alles in Ordnung", sagte der Mann der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Zum Zeitpunkt des Bebens war der Bergsteiger den Angaben zufolge mit zwei chinesischen Begleitern auf einer Straße unterwegs. Das Trio habe sich dann durch Trümmer bis in das nächste Dorf durchgeschlagen. Die Reise soll ein Münchner Tourveranstalter organisiert haben - unklar ist noch, woher der Mann stammt. Bereits am Donnerstag sei er in dem Ort Taogan in dem schwer beschädigten Landkreis Wenchuan geortet worden. Erst jetzt aber habe man den Mann bei Evakuierungen in Sicherheit bringen können, heißt es.
Bis dahin war er offenbar von Anwohnern mit Nahrung und Wasser versorgt worden. Nach Angaben des chinesischen Militärs soll der Deutsche in die Provinzhauptstadt Chengdu gebracht werden.
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[Bildunterschrift: Wegen mangelnder Trinkwasserversorgung und schlechten hygienischen Bedingungen wächst in der Katastrophenregion die Gefahr von Seuchen. ]
Das Erdbeben in China hat rund fünf Millionen Menschen obdachlos gemacht. Die meisten von ihnen müssen ohne sauberes Wasser auskommen und unter schlechten hygienischen Bedingungen im Freien campieren.
Vier Tage nach dem Beben rückte die Seuchengefahr damit immer stärker in den Mittelpunkt. Die Regierung mahnte, die Leichen möglichst schnell und abseits von Wasserquellen oder bewohnten Gebieten zu beerdigen. Vizegesundheitsminister Gao Qiang sagte, die hygienischen Bedingungen und die Seuchenkontrolle müssten jetzt besondere Beachtung finden.
In der Provinz Sichuan, in der das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,9 auf der Richterskala lag, stieg die offizielle Zahl der Todesopfer auf fast 29.000. Mehr als 14.000 Menschen wurden noch vermisst. Nach offiziellen Angaben der chinesischen Regierung erlitten insgesamt 169.000 Menschen zum Teil schwere Verletzungen. Der Krisenstab rechnet deshalb damit, dass die Zahl der Toten noch auf 50.000 steigen wird. Niemals seit der Staatsgründung im Jahr 1949 sei ein Erdbeben so zerstörerisch gewesen, sagte Regierungschef Wen Jiabao.
Chinas Präsident Hu dankte der internationalen Gemeinschaft für die Erdbebenhilfe. Im Namen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, des Staatsrates und des Zentralen Militärausschusses spreche er den ausländischen Regierungen und internationalen Freunden, die bei den Rettungsarbeiten geholfen hätten, tief empfundenen Dank aus, sagte er.