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Nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Uiguren, Han-Chinesen und Sicherheitskräften in Urumqi herrscht nach Angaben von ARD-Korrespondent Jochen Graebert gespannte Ruhe in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang. Die Polizei hat ein Großaufgebot in der Stadt zusammengezogen. An einigen Straßen wurden Kontrollposten eingerichtet. Im Internet gibt es immer wieder Aufrufe zu neuen Demonstrationen. Allerdings sind sowohl die Internet- als auch die Telefonleitungen in der Region gestört.
Mindestens 150 Menschen kamen bei den Ausschreitungen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ums Leben. Mehr als 800 Menschen seien verletzt worden. Hunderte Menschen wurden festgenommen, darunter laut Xinhua zehn "Rädelsführer" der Unruhen. Etwa 90 Unruhestifter würden noch gesucht. Hunderte Autos und Geschäfte wurden bei den Unruhen zerstört.
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Augenzeugen sagten, uigurische Demonstranten seien mit Messern, Holzknüppeln und Steinen bewaffnet durch die Provinzhauptstadt gezogen. "Sie fragten mich, welcher ethnischen Gruppe ich angehöre. Als sie hörten, ich sei Han-Chinese, schlugen sie zu", zitierte Xinhua einen Verletzten. Die Polizei soll Schüsse abgegeben und Schlagstöcke eingesetzt haben, um Menschen vom Platz des Volkes in der Stadt zu vertreiben. Insgesamt sollen sich rund 3000 Menschen an den Protesten beteiligt haben.
Auslöser der Proteste war der Tod von mindestens zwei uigurischen Fabrikarbeitern Ende Juni. Die Arbeiter waren Medienberichten zufolge von chinesischen Kollegen nach Vergewaltigungs-Vorwürfen angegriffen und mit Eisenstangen zu Tode geprügelt worden. Auf der laut Augenzeugenberichten zunächst friedlich verlaufenden Kundgebung forderten uigurische Demonstranten die Untersuchung der Todesumstände der Arbeiter. "Der Zwischenfall hätte verhindert werden können, wenn die chinesischen Behörden die Morde richtig untersucht hätten", sagte die Präsidentin des Uigurischen Weltkongresses, Rebiya Kadeer.
Die Provinzregierung machte uigurische Separatisten für die Konfrontationen verantwortlich. Die organisierte Gewalt sei von außen gesteuert worden, hieß es. In Xinjiang gibt es eine Unabhängigkeitsbewegung unter den etwa acht Millionen dort lebenden muslimischen Uiguren. Die Uiguren sehen sich durch die Chinesen unterdrückt.
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