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[Bildunterschrift: Kanzlerin Merkel will sich auf ihrer Reise auch mit Oppositionellen treffen - zum Missfallen der Gastgeber. ]
Auf ihrer dreitägigen Chinareise ist Kanzlerin Angela Merkel in der südchinesischen Metropole Kanton eingetroffen. Eigentlich stehen in der wirtschaftlich blühenden Provinz Guangdong die Wirtschaftsbeziehungen im Mittelpunkt: Merkel hat führende Vertreter deutscher Unternehmen in ihrer Delegation. Als besondere Geste wird sie vom chinesischen Regierungschef Wen Jiabao begleitet.
Überschattet wird der Besuch allerdings von Schwierigkeiten, sich mit chinesischen Systemkritkern zu treffen. Chinas Staatssicherheit verhinderte gestern offenbar ein Treffen mit dem prominentesten chinesischen Bürgerrechtsanwalt Mo Shaoping. Dieser sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Polizisten seien gestern in seiner Kanzlei erschienen und hätten ihm erklärt, er dürfe eine Einladung zur Kanzlerin in die deutsche Botschaft nicht wahrnehmen. Deutsche Regierungskreise bestätigten, Mo sei nicht gekommen, ohne sich zu entschuldigen.
Mo und seine Kanzlei haben schon viele chinesische Bürgerrechtler vertreten, darunter den inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Im vergangenen Jahr sei er auch daran gehindert worden, den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, zu treffen, schilderte Mo.
Auch Besuch kritischer Zeitung geplatzt
Auch ein Besuch Merkels bei einer kritischen Zeitung in der südchinesischen Metropole Kanton platzte laut dpa. Sie hatte morgen eigentlich die Nanfang-Zeitungsgruppe besuchen wollen; bis zuletzt hatte es ein Tauziehen um die Visite bei den Zeitungsredakteuren. "Die Zeitung hat den Besuch abgesagt", erfuhr die Nachrichtenagentur jetzt aus der Delegation. "Jetzt kann sich jeder seinen Reim darauf machen."
Die Kanzlerin hatte der "Nanfangzhoumo" im Vorfeld ihres China-Besuchs ein schriftliches Interview gegeben.
Treffen mit Erzbischof findet statt
In Kanton wird die Kanzlerin sich morgen allerdings mit Erzbischof Joseph Gan Junqiu treffen, der sowohl von der staatlichen patriotischen Kirche als auch vom Vatikan anerkannt ist. Die chinesische Staatskirche erkennt die Autorität des Papstes über die Kirchenstrukturen nicht an und lehnt seinen Anspruch ab, allein für die Ernennung von Bischöfe zuständig zu sein.
Seit dem Bruch der Kommunisten mit dem Vatikan 1951 ist die Kirche in China gespalten. Während die Staatskirche fünf Millionen Mitglieder zählt, gehören schätzungsweise zehn Millionen Gläubige der papsttreuen Untergrundkirche an, die immer wieder der Verfolgung ausgesetzt sind.
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