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[Bildunterschrift: Unweit von Pyapon in Birma hat der Wirbelsturm "Nargis" schwere Verwüstungen hinterlassen. ]
Das Militärregime in Birma hat erstmals ausländischen Diplomaten und UN-Mitarbeitern Zutritt zum Katastrophengebiet des Irrawaddy-Deltas im Süden des Landes gewährt. Auf einer vorgegebenen Tour wurden über 60 Helfer mit drei Hubschraubern in wenige ausgewählte Lager mit gut versorgten Überlebenden und Verletzten geflogen. In den Ortschaften Pyapon und Bogolay ließ die Regierung Armee-Zelte für Überlebende der Katastrophe aufbauen.
Die Teilnehmer der Tour gaben sich enttäuscht. "Was sie gezeigt haben, sollte nur den Anspruch unterstreichen, dass alles bestens organisiert ist" sagte ein Teilnehmer. Der Diplomat Bernard Delpuech erklärte dagegen: "Es war ein nützlicher Blick auf den Umfang der Verwüstungen. Die Ausmaße sind gewaltig."
Bei der vom Militärregime geplanten Tour im Süden Birmas trafen die Diplomaten nach eigenen Aussagen auf einige wenige hundert gut versorgte Zyklon-Opfer. Nach Informationen der Hilfsorganisationen müssen seit der Katastrophe im Irrawaddy-Delta aber immer noch mehrere zehntausend Menschen ohne jegliche Hilfe ausharren.
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Aus der Sicht des birmanischen Regimes ist die Situation im Land unter Kontrolle. Die erste Phase der Nothilfe sei abgeschlossen, wird Ministerpräsident Thien Sein in der Staatspresse zitiert. Jetzt beginne der Wiederaufbau. Laut Informationen des von Exil-Birmanen betriebenen Online-Magazins "Irrawaddy" gingen dafür zahlreiche Aufträge an enge Vertraute der Militärmachthaber.
Weil die Militärjunta das Land weiter abschottet, müssen die meisten internationalen Helfer an den Grenzen auf einen Einsatz warten. Ein Kriegsschiff der französischen Marine liegt derzeit mit über 1000 Tonnen Hilfsgütern in internationalen Gewässern vor der Küste Birmas - die Besatzung wartet auf eine Einfuhrgenehmigung. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums in Paris befinden sich an Bord Nahrungsmittel für etwa 100.000 Menschen und Notunterkünfte für mehrere zehntausend Opfer des Wirbelsturms.
Auch die US-Marine ist nach eigenen Angaben mit mehreren Schiffen voller Hilfsgüter in Sichtweite der birmanischen Küste und wartet auf die Erlaubnis, den Zyklon-Opfern zu helfen.
[Bildunterschrift: UN-Hilfskoordinator John Holmes soll es gelingen, endlich im großen Maßstab Hilfe nach Birma zu bringen. ]
Die birmanische Regierung erteilte zuvor dem UN-Koordinator für humanitäre Einsätze, John Holmes, eine Einreiseerlaubnis. Holmes habe ein Visum erhalten und werde nach Birma fliegen, sagte eine UN-Sprecherin.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Mittwoch angekündigt, Holmes solle die birmanische Militärregierung davon überzeugen, dass ausländische Helfer zur Versorgung der Opfer des Wirbelsturms "Nargis" ins Land gelassen werden müssten.
Porträt:
[Bildunterschrift: Wegen des fehlenden Trinkwassers steigt die Seuchengefahr in den teilweise weiter überschwemmten Katastrophengebieten. ]
Die Militärregierung erlaubte offenbar auch mehr als hundert Ärzten die Einreise. Die in Thailand wartenden Mediziner erhielten Visa und Einreisegenehmigungen, sagte EU-Entwicklungskommissar Louis Michel. Zu der Nationalität der Ärzte machte er keine Angaben.
Bei der Wirbelsturm-Katastrophe in Birma wurden nach offiziellen Angaben mehr als 78.000 Menschen getötet, fast 56.000 Menschen gelten weiterhin als vermisst. Hilfsorganisationen warnten, durch die Blockade seien auch zehntausende Überlebende in Gefahr.
Westliche Diplomaten und die Vereinten Nationen schätzen, dass durch die Wirbelsturm-Katastrophe mehr als 100.000 Menschen starben und bis zu zwei Millionen Menschen ihr Hab und Gut verloren.