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30.07.2010

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Ausland
Afghanistan
Robbe fordert Bekenntnis zum Afghanistan-Einsatz
Nach Tod dreier Bundeswehrsoldaten

Robbe fordert Bekenntnis zum Afghanistan-Einsatz

Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, hat nach dem Tod dreier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kritisiert, in der Öffentlichkeit werde "noch immer verdrängt" wird, dass die Bundeswehr am Hindukusch Krieg führe. "Ich frage mich: Wo bleibt das klare Wort der Kirchen, der Gewerkschaften, der Wirtschaft", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages Reinhold Robbe (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Wehrbeauftragte Robbe will den Afghanistan-Einsatz weiterführen. ]
Ein klares Bekenntnis wäre "ein Zeichen menschlicher Zuwendung", sagte Robbe weiter. Er sprach sich trotz des erneuten Angriffs für die Weiterführung des Einsatzes aus. "Wir müssen den Menschen sagen, warum dieser Einsatz, warum diese Feuergefechte, notwendig sind. Jetzt abzuziehen würde bedeuten: Alles war umsonst."

Auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), wies Überlegungen für eine veränderte Afghanistan-Strategie zurück. "Über grundlegende strategische Änderungen sollte man keineswegs ad hoc entscheiden", sagte Erler der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Der Einsatz ist richtig. Und wir sind mit den Amerikanern in engem Dialog, wie er noch wirksamer werden kann", fügte er hinzu.

"Wer uns angreift, wird bekämpft"

Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Jung will das Wort Krieg nicht in den Mund nehmen. ]
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung kündigte nach dem Tod der drei Soldaten militärische Gegenwehr an. "Wer uns angreift, der wird auch bekämpft, und die Bundeswehr hat dafür die notwendigen Antworten", sagte Jung im ARD-Morgenmagazin. Jung erklärte, die Zunahme der Angriffe stehe offenbar in Zusammenhang mit der afghanischen Präsidentschaftswahl am 20. August, richte sich aber auch an die Öffentlichkeit in Deutschland.

Jung wandte sich dagegen, von einem Krieg zu sprechen und sagte, neben der Herstellung militärischer Sicherheit seien Wiederaufbau und Entwicklung zentrale Ziele des Einsatzes.

Drei Soldaten bei Panzerunfall getötet

Drei Bundeswehrsoldaten waren am Dienstag in Nord-Afghanistan bei einem Feuergefecht mit Aufständischen in ihrem Panzer ums Leben gekommen. Eine Patrouille wurde nahe der Stadt Kundus von Terroristen angegriffen. Beim Rückwärtsfahren kam dabei ein Bundeswehr-Transportpanzer Fuchs von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Drei Soldaten starben, weitere drei Männer wurden ins Lager Kundus gebracht, berichtete die Bundeswehr.

Bei den drei gefallenen Soldaten handelt es sich um Männer im Alter zwischen 21 und 23 Jahren aus den Standorten Bad Salzungen (Thüringen) und Zweibrücken (Rheinland-Pfalz). Nach Informationen von "Focus online" hatten die Soldaten ihren Dienst in Afghanistan erst vor kurzem angetreten.

Angriffe auf ISAf-Truppen in Afghanistan Großansicht des Bildes [Bildunterschrift:  ]
Stand: 24.06.2009 05:03 Uhr
 

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